MIZPE – ICZ Lernprogramm

Alte Quellen – aktuelle Einsichten 

Einführung

Willkommen zur zweiten Programmreihe von MIZPE.

Nebst den klassischen Schiurim, die seit langem im Angebot des Rabbinats stehen, finden Sie im aktuellen Programm Schiurim, die ethische und halachische Fragen in den Mittelpunkt stellen. Wir analysieren unsere klassischen Quellen und fragen nach ihrer praktischen Relevanz und Anwendbarkeit in der heutigen Zeit.

Zudem bieten wir einen Workshop zur Seder-Vorbereitung an, mit dem wir Ihnen Inputs für die Gestaltung eines attraktiven Seders bei sich zu Hause geben. Dieser Workshop richtet sich insbesondere, aber nicht ausschliesslich, an Eltern junger Familien.

 

Danke, dass Sie im ersten Semester so zahlreich erschienen sind. Wir freuen uns auf das zweite Semester mit Ihnen.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie, sich jeweils anzumelden. So können wir sicherstellen, dass wir entsprechend logistisch vorbereitet sind. Danke für Ihr Verständnis.

 

ANMELDEFORMULAR

 

JUDENTUM IM SPANNUNGSFELD MODERNER GESELLSCHAFT UND KULTUR

 

Jüdische Philosophie

mit Ruth Gellis

Montag, 11.3/8.4/15.4./13.5./27.5./17.6./8.7.

Zeit: 10:30 – 11:30

Sie lesen und diskutieren im Schiur Texte klassischer und moderner Autorinnen und Autoren. U. a. Maimonides, Awraham Jehoschua Herschel, Susannah Heschel, Amos Oz, Fanja Salzberger, Jeschajahu Leibowitz, Elie Wiesel und andere.

 

 

Emanzipation: Frauen in der Orthodoxie

mit Rabbiner David Bollag

Montag, 11.3/ 25.3./ 8.4./ 13.5. / 27.5.

Zeit: 20:00 – 21:30 Uhr

Das modern orthodoxe Judentum hat in den vergangenen 30 Jahren seine eigene Emanzipation der Frauen hervorgebracht. Entsprechend steht die moderne Orthodoxie inmitten eines tiefen Wandlungsprozesses. Dies vor allem in Bezug auf die Stellung der Frauen und ihre Möglichkeiten, sich aktiv am öffentlichen religiösen Leben zu beteiligen.

In dieser Schiur-Serie werden Sie zusammen mit Rabbiner Bollag die halachischen (religionsgesetzlichen) und soziologischen Komponenten untenstehender Themen studieren und diskutieren. Ziel der Schiurim ist eine differenzierte theoretische Auseinandersetzung mit folgenden Inhalten:

  • Bat Mizwa
  • Kaddisch, rezitiert von Frauen
  • Mechiza (Trennung zwischen Männern und Frauen in der Synagoge)
  • Tora-Vorlesung von Frauen
  • Simun (Mesumen-Benschen) von Frauen
  • Ordination von Frauen

 

Glauben im 21. Jahrhundert: Sind die 13 Glaubensfundamente des Maimonides auch im 21. Jahrhundert relevant?

mit Michel Bollag

Dienstag, 7. / 21. Mai

Zeit: 20:00 bis 21: 30

Maimonides hat im 12. Jahrhundert 13 Glaubensfundamente des Judentums formuliert, die in abgekürzter Form in unseren Gebetsbüchern einen Platz gefunden haben. Zu den Grundsätzen gehört der Glaube, dass die Tora von G’tt an Mosche übergeben wurde. Oder, dass die Toten auferstehen werden. Welche Stellung haben Maimonides’ 13 Glaubensgrundsätze im Judentum? Handelt es sich um Dogmen, an die wir verpflichtet sind zu glauben? Gibt es im Judentum nicht hinterfragbare Glaubensgrundsätze? Können wir im 21. Jahrhundert noch an Glaubensvorstellungen festhalten, die im Mittelalter Gültigkeit hatten?

Dieser Kurs bildet der erste Teil einer Reihe, die in den kommenden Semestern fortgesetzt wird.

 

 

***Abgesagt*** Ein Plädoyer für religiöse Authentizität und halachischen Mut

mit Rabbiner Nathan Lopes Cardozo

In Zusammenarbeit mit Midreschet Wollishofen

Donnerstag, 16.5.

Zeit: 20:00 – 21:30 im ICZ Gemeindezentrum

Leider musste Rabbiner Nathan Lopes Cardozo seinen Schiur absagen. Wir sind darum bemüht, ein Verschiebedatum zu finden. Die aktuelle Absage bedauern wir und danken Ihnen für das Verständnis.

 

Wie geht die Halacha mit Menschen mit Behinderungen um?

mit Shoshana Jakobovits

Dienstag, 28.5./4.6.

Zeit: 20:00 – 21:30

In dieser zweiteiligen Serie (die beiden Teile können unabhängig voneinander besucht werden) studieren Sie moderne halachische Antworten (Sche’elot uTeschuwot) zur Frage der Integration von Menschen mit Behinderungen. Gemeinsam lernen wir, wie moderne Poskim (halachische Entscheidungsträger) alte Quellen interpretieren. Dabei entdecken wir, welche Rolle moralische Intuition in der Auslegung von Gesetzestexten spielt und wie zeitgenössische, ethische Werte die halachischen Entscheidungen unserer Rabbiner prägen. Wir verschaffen uns dabei einen Einblick in den halachischen Findungsprozess.

Shoshana Jokobovits nähert sich dem Thema am ersten Abend anhand der Integration von Menschen mit Behinderungen in der Synagoge.  Am zweiten Abend widmet sie sich der Frage, wie religiöse Verpflichtungen, wie Lernen der Tora und die Erfüllung der Mizwot für Menschen mit Behinderungen ausgelegt werden.

Es sind keine Vorkenntnisse im Bereich der halachischen Konzepte und der Sprache nötig. Alle sind willkommen!

 

 

Die Würde des Menschen ist mehr als ein Prinzip

mit Raphael Blättel

Mittwoch, 5.6./12.6

Zeit: 20:00 – 21:30

Vor 70 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Der berühmte erste Artikel hebt den universellen Anspruch hervor, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechte geboren wurden. Als (zu) abstraktes Prinzip offenbart sich leider ein beängstigender Graben zwischen Ideal und tatsächlicher Realität. Blättel nähert sich im Schiur der unantastbaren Würde des Menschen von jüdischer Seite an, um diesen schillernden Begriff in einer konkreten Ethik der Verantwortung fassbarer zu machen, wie sie im Werk von Emmanuel Levinas und Hans Jonas zum Tragen kommen.

 

 

Sterbehilfe aus der Sicht des Judentums

mit Rabbiner Noam Hertig

Mittwoch, 19.6.

Zeit: 20:00 – 21:30 Uhr

Wenn Menschen von Krankheit und Leiden geplagt sind und ihre Lebensfreude sich verabschiedet hat, stellt sich bei einigen die Frage nach dem Lebenssinn und einem selbstgewählten Zeitpunkt, um sich aus dem Leben zu verabschieden. Steht es uns Menschen aus der Sicht des Judentums zu, diesen Moment des Abschiednehmens selber zu bestimmen? Inwieweit findet in der Halacha und der jüdischen Ethik eine Differenzierung statt zwischen aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe sowie Beihilfe zum Suizid?

 

 

Die #metoo-Bewegung und die Folgen aus jüdischer Sicht

mit Rabbiner Arik Speaker (persönlich vor Ort)

Donnerstag, 4.7.

Zeit: 20:00 – 21:30

Missbrauch, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung. Die #metoo-Bewegung hat eine öffentliche Debatte lanciert, die unsere Einstellungen zu diesen Fragen nachhaltig prägen. Diese Debatte wird in letzter Zeit durchaus auch kontrovers geführt. Dass man jegliche Form von Gewalt gegen Frauen bekämpfen muss, ist unbestritten. Aus moralischer und jüdischer Perspektive betrachtet, muss die Ahndung differenziert betrachtet werden. Es stellt sich die Frage, wie weit man bei der öffentlichen Verunglimpfung von Verdächtigen gehen darf, soll oder muss.

 

 

FEIERTAGE, HALACHA, T’NACH UND TALMUD

Meine Top 40 Talmud-Stellen

mit Rabbiner Noam Hertig

Schabbat, ab 2.3.

Jeweils am Schabbat zwischen Mincha und Maariv (Dauer 20-30 Minuten, Zeiten siehe Luach) im Eventsaal I im Gemeindezentrum)

Der Talmud ist nebst der Tora das wichtigste Werk des Judentums. Eine Sammlung rabbinischer Kommentare und Weisheiten, die auf über 10’000 Seiten so ziemlich jeden Lebensbereich abdecken. Auch ihre Formen sind vielfältig: von Geschichten zu Gesetzen bis zu geführten Diskussionen. In diesem Schiur teilt Rabbiner Noam Hertig seine persönlichen Highlights aus dem Talmud und freut sich über den Austausch mit den Teilnehmenden.

 

 

Unsere heiligen Schriften neu entdeckt: Die Haftarot. Vernachlässigte Texte im T’nach

mit Michel Bollag

Dienstag, 12.3. bis 25.6.

Zeit: 9:30 – 10:30

Im Rahmen des traditionellen Damenschiurs setzen wir unsere Begegnung mit den Haftarot fort. Im Mittelpunkt stehen folgende Geschichten und Figuren: Samuel und König Saul im Krieg gegen den König der Amalekiter. Der Prophet Elijahu sowie Texte aus den Büchern Jeschajahu und Jirmijahu.

 

 

Halacha ganz praktisch: An Werk- und Feiertagen

mit Rabbiner Arik Speaker (E-Schiur)

Montag, ab 4.3.

Zeit: von 16:45 bis 17:30 Uhr, E-Schiur: Übertragung im Eventsaal 1

Was kann man? Was muss man? Was darf man? Und warum machen wir das eigentlich so? Diese Fragen werden ausgehend vom Kizzur Schulchan Aruch, das für jedermann verständlich geschriebene halachische Werk, klar und verständlich erläutert.

 

 

Das Buch Jehoschua

mit Rabbiner Arik Speaker (E-Schiur)

Montag, ab 6.5.

Zeit: von 17:30 – 18:15, E-Schiur: Übertragung im Eventsaal 1

Unser allgemeines Wissen über die biblische Epoche beschränkt sich meist auf die Erzählungen der Tora. Im neuen wöchentlichen E-Schiur von Rabbiner Speaker erhalten Sie die Möglichkeit, von Grund auf die Bücher des T’nach, der Bibel kennenzulernen. Die im Schiur besprochenen Ereignisse umfassen einen Zeitraum von über 700 Jahren. Beginnend mit dem Buch Jehoschua, das die Landnahme und die Landverteilung unter den Stämmen Israels schildert. Die Teilnehmenden tasten sich Kapitel für Kapitel an die Bibel heran und erhalten einen Einblick in die frühe Geschichte Israels und den Ideen, die unser Volk geprägt haben.

 

 

Workshop: Ideen für einen attraktiven Seder für gross und klein

mit Rabbiner Noam Hertig und Michel Bollag

Sonntag, 14.4.

Zeit: 14:00 – 17:00

Anmeldeschluss: 30.3.

Eine lebendige, Freude vermittelnde und inspirierende Erfahrung soll der Seder für gross und klein sein. Dies mit dem Ziel, uns so zu fühlen als seien wir selbst aus Ägypten ausgezogen. Genauso, wie es in der Haggada beschrieben ist. An diesem Nachmittag vertiefen Sie Ihr Wissen über die Haggada und erhalten Ideen, wie Sie den Seder abwechslungsreich gestalten können, damit ihre Kinder am Sederabend eine tragende und aktive Rolle spielen.

Die Kinder ihrerseits setzen sich mit der Zusammensetzung von Charoset auseinander, erfahren den Auszug aus Ägypten mit Musik, Tanz, Geschichten und im Spiel.

Der Workshop richtet sich an alle Mitglieder, nicht ausschliesslich Familien. Die Organisation erfolgt in Zusammenarbeit mit der Mitgliederkommission (inklusive Kinderbetreuung für Kinder ab 2 Jahren).

 

 

 

JÜDISCHE SPIRITUALITÄT UND MEDITATION

Wie ein chassidischer Gelehrter die Tora liest

mit Gabriel Strenger

Donnerstag, 28.2/23.5.

Zeit: 20:00 – 21:30

Manche Texte der Tora erscheinen uns fremd, zuweilen sogar irrelevant, so zum Beispiel Abschnitte über den Opferdienst oder gewisse Reinheitsvorschriften und Erzählungen. Wie lässt sich dieser Umstand mit unserem Glauben an die ewige Gültigkeit der Tora vereinbaren? Die chassidische Schriftauslegung, welche sich auf die grossen Werke der Kabbala stützt, entdeckt in allen Aussagen der Tora tiefgehende Anleitungen zu einem bedeutsamen spirituellen Leben für uns im Hier und Jetzt. Insbesondere Rabbi Jehuda Lejb Alter (1847-1905) hat die chassidische Schriftauslegung in seinem Buch „Sefat Emet“ („Wahre Rede“) zu einer grossartigen Kunst entwickelt, die sowohl durch ihre Ästhetik wie auch durch ihre geistige Tiefe überzeugt. Die zwei Abende in der ICZ werden der Interpretationskunst des „Sefat Emet“ gewidmet sein.

 

 

Does the Kabbala have a message for us?
Hat die Kabbala eine Botschaft für uns?

mit Marcel Klapisch (Schiur auf Englisch)

Donnerstag, 20.6./27.6

Zeit: 20:00 – 21:30

Tauchen Sie mit Marcel Klapisch in die faszinierende Welt der Kabbala ein. Lassen sie sich von der alten jüdischen Kunst der mystischen Interpretation der heiligen Texte inspirieren.

Gemäss der Tradition ist die Kabbala ein integraler Teil der Tora Scheb’al Peh, der mündlichen Überlieferung der Tora, und als eine Vertiefung des Talmuds und des Midrasch zu verstehen. Marcel Klapisch hat sich während Jahren mit den verschiedenen Variationen der Kabbala auseinandergesetzt. Dabei hat er deren grossen Ideen herausgearbeitet, die er im Schiur erklärt und in eine zeitgenössische Sprache übersetzt, um deren Relevanz für den modernen Alltag aufzuzeigen.

 

 

Glauben und Judentum physisch umgesetzt. Kawana: Meditations-Abende

mit Michel Bollag

Donnerstag, 7.3./ 4.4./6.6.

Zeit: 20:00 – 21:30

Vertiefen Sie ihre meditative und spirituelle Praxis weiter. Die Meditation wird in der Tefila zur Vertiefung der Kawana angewendet oder als ergänzende Praxis im Alltag verstanden. Im Schiur meditieren Sie jeweils 2 x 20 Minuten. Neben der spirituellen Ebene nähren Sie auch den Geist mit inhaltlichen Inputs und lassen die Seele durch traditionelle Nigunim zum Klingen bringen.

 

 

Jung und Unverblümt

Think and Drink: Red über G“tt und die Welt 

mit Rabbiner Noam Hertig

für Studierende und Young Professionals (18-30) genauere Angaben folgen separat

Mehr Angaben folgen.

 

Als Kinder und Jugendliche lernten wir viel Verschiedenes über unsere Religion. Aber wie definieren wir unser Judentum als Erwachsene heute? Was ist uns wichtig und wo brauchen wir einen neuen Zugang zum Judentum, jetzt da wir einen neuen, eigenen Blickwinkel auf die Welt h aben? In dieser Event-Reihe trifft sich Rabbiner Noam Hertig mit Studierenden und Young Professionals auf einen Drink, um sich im informell en Rahmen über diese Themen und mehr auszutauschen.